Zahl des Monats: 52 Prozent

52 Prozent der Befragten bewerten die digitale Abwicklung ihres Behördenanliegens im Nachhinein positiver als erwartet. Das zeigt der eGovernment Monitor 2026. Besonders erfreulich: Die Schweiz schneidet bei der Zufriedenheit mit der digitalen Verwaltung im Vergleich zu Deutschland und Österreich deutlich besser ab.

Von Alexandra Kehl · 20. Oktober 2026

Gemäss des eGovernment Monitors 2026 war mehr als die Hälfte von der digitalen Dienstleistung positiv überrascht (Bild: abraxas)

Ob Steuererklärung, Wohnsitzbestätigung oder andere Behördengeschäfte: Immer mehr Anliegen lassen sich bequem online erledigen. Wie diese Angebote bei der Bevölkerung ankommen, untersucht der jährlich erscheinende eGovernment Monitor. Für die Ausgabe 2026 wurden rund 10'100 Internetnutzende in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt, darunter rund 1'000 Personen aus der Schweiz.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Erfahrungen mit digitalen Behördendiensten häufig besser ausfallen als im Vorfeld angenommen. 52 Prozent, also ein wenig mehr als die Hälfte der Befragten, bewertet die digitale Abwicklung ihres Anliegens sogar positiver als erwartet. 

Schweiz im DACH-Vergleich vorne

Auch bei den Erwartungen an eine moderne digitale Verwaltung zeigt sich ein erfreuliches Bild, denn in der Schweiz sehen 45 Prozent der Befragten ihre Erwartungen als erfüllt an. In Österreich sind es 32 Prozent, in Deutschland 15 Prozent. Die Schweiz nimmt damit unter den drei untersuchten Ländern eine klare Spitzenposition ein.

Digitale Dienstleistungen haben zudem das Potenzial, das Vertrauen in den Staat zu stärken. Fast die Hälfte der Befragten in der Schweiz (49 Prozent) gibt an, dass ihr Vertrauen grösser wäre, wenn staatliche Leistungen einfach und schnell digital nutzbar wären.

Was gute digitale Dienstleistungen ausmacht

Damit digitale Angebote ihren Nutzen voll entfalten, kommt es auf die konkrete Umsetzung an. Die Bevölkerung wünscht sich Dienstleistungen, die einfach zu finden, verständlich und möglichst ohne Unterbrüche nutzbar sind. So genannte Medienbrüche, bei denen zum Beispiel ein digital begonnenes Verfahren auf Papier fortgesetzt werden muss, erschweren die Abwicklung und vermindern die Zufriedenheit.

Der eGovernment Monitor macht deutlich, worauf es bei der Weiterentwicklung ankommt: Digitale Behördendienste sollen sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren und eine unkomplizierte Abwicklung von Anfang bis Ende ermöglichen. Wo dies gelingt, profitieren Bevölkerung und Verwaltung gleichermassen und die Digitalisierung kann ihre Stärken im Alltag ausspielen.

Quelle: eGovernment Monitor 2026, Initiative D21 und Technische Universität München.