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Zahl des Monats: 5.3 Milliarden

5,3 Milliarden Menschen weltweit nutzen gegenwärtig das Internet, schätzt die Internationale Fernmeldeunion ITU. Damit ist die Anzahl Nutzerinnen und Nutzer weiter gestiegen. Das klingt positiv, aber so einfach ist die Situation nicht.

Von Marcel Gamma · 23. September 2022

«Weltweit wuchs die Zahl der Internetnutzer zwischen 2021 und 2022 um 7 % und die Internetdurchdringung – der Anteil der Personen, die das Internet nutzen – um 6 %», meldet die ITU.

5.3 Milliarden, was auf den ersten Blick positiv klingt, lässt die ITU aber warnen: «Das anhaltende Wachstum ist zwar ermutigend, doch deutet der Trend darauf hin, dass ohne verstärkte Infrastrukturinvestitionen und neue Impulse zur Förderung digitaler Kompetenzen die Chance, bis 2030 alle Menschen miteinander zu verbinden, immer geringer wird.»

Ein Drittel der Weltbevölkerung noch immer ohne Internetzugang

«Alle Menschen verbinden» hiesse nämlich, bis in acht Jahren weitere 2.7 Milliarden Menschen – ein Drittel der Weltbevölkerung – ins Internet zu bringen.

Grundsätzlich wächst die Zahl von Nutzerinnen und Nutzern in allen Weltregionen, wenn auch langsamer und in unterschiedlichem Ausmass. 5.3 Milliarden Menschen sind dennoch eine stolze Anzahl, denn im Jahr 2019, vor der COVID-Pandemie, waren es noch 3.6 Milliarden Menschen, d. h. fast die Hälfte der Weltbevölkerung, die noch keinen Zugang zum Internet hatten.

Pandemie als Katalysator

Damit hat die Pandemie in entwickelten Ländern wie der Schweiz die digitale Transformation beschleunigt und global immerhin die Konnektivität stark verbessert, könnte man sagen. Die am stärksten vernetzte Region der Welt ist nach wie vor Europa, wo 89 % der Bevölkerung online sind und vom Zugang profitieren können, sei es bei der Kommunikation, beim Shopping oder beim E-Government.

Aber, so erklärt die ITU ihre Warnung, nun stehen die schwierigen Aufgaben der Erschliessung bevor. So sind vor allem entlegene Gebiete noch nicht erschlossen und der Übergang von einer grundlegenden zu einer sogenannt sinnvollen Konnektivität sei komplex. «Sinnvoll» meint, dass Menschen nicht nur Zugang zum Internet haben, sondern es auch regelmässig und effektiv nutzen können. Konkret soll jeder Mensch «eine sichere, befriedigende, bereichernde und produktive Online-Erfahrung zu erschwinglichen Kosten» machen können, so das Ziel bis 2030.

Die zentralen Herausforderungen sind vielfältig: Langsame Internet-Geschwindigkeit, teure Hardware und Verträge sowie das Fehlen einer zuverlässigen Stromquelle sind infrastrukturseitig Hemmnisse. Gegen fehlendes Know-how, Sprach- und Alphabetisierungsprobleme und geschlechtsspezifische Diskriminierung seien Investitionen in die Bildung unerlässlich, heisst es.

 

Über die ITU

Die Internationale Fernmeldeunion ITU mit Sitz in Genf ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und ist offiziell und weltweit mit technischen Aspekten der Telekommunikation beschäftigt. Sie geht zurück auf den 1865 gegründeten Internationalen Telegraphenverein und ist heute die einzige völkerrechtlich verankerte internationale Organisation, die sich offiziell und weltweit mit technischen Aspekten der Telekommunikation beschäftigt.

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