Ein Name falsch, ein Datenbankfeld anders beschriftet, eine Zahl vertauscht – und schon kann die grosse Datenkonfusion entstehen: Diese schafft Unsicherheiten und KI-Systeme beginnen zu halluzinieren. Sie sind die grössten Konsumenten von Daten. «Daten sind längst zentral in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft», sagt Lukas Sommerhalder, Leiter von Abraxas DATA. Sein fünfköpfiges Team tritt nach mehrjähriger Aufbauarbeit und nach einem erfolgreichen Pilotprojekt im letzten Jahr mit der neuen Datenplattform in den Markt ein. In einem KI-Jahr, das von immer lauteren kritischen Stimmen geprägt ist. Um die KI kümmert sich ein anderer Abraxas-Bereich, ihn treibt als zentralen KI-Zulieferer die Datenqualität um. «LLM sind textbasiert», sagt Sommerhalder, «während wir uns primär mit strukturierten Daten beschäftigen, die dazu oft über zig Datenbanken verteilt sind.» Das macht alleine in der öffentlichen Verwaltung die Aufgabe sehr komplex. Deren Datensysteme sind im Lauf von Jahrzehnten auf jeder Staatsebene organisch gewachsen.
«KI-Systeme brauchen ein aufgeräumtes Haus. Abraxas DATA räumt das Haus auf, indem es Daten von hoher Qualität verfügbar macht.»
Standards für vertrauenswürdige Daten
«Ein aufgeräumtes Haus» brauchen KI-Systeme, sagt Lukas Sommerhalder. Damit meint er einheitliche Standards und interoperable Datensysteme mit Zugriffsberechtigungen, die exakt einem bestimmten Zweck entsprechen. Anders gesagt: Genauigkeit, Vollständigkeit, Gültigkeit, Konsistenz, Eindeutigkeit, Aktualität und Eignung für den Zweck sind die Kriterien der Datenqualität, die für alle Initiativen wichtig sind, in denen Daten eine zentrale Rolle spielen. «Es geht um Vertrauen,» erklärt Lukas Sommerhalder, «eine falsche Information oder ein unberechtigter Zugriff – und es ist dahin.»
Sein Team schliesst eine empfindliche Lücke in der Digitalisierung, den Effizienz-Bestrebungen von Staat und Wirtschaft, indem es Daten von hoher Qualität verfügbar macht und mit Analysen und Reports im Self Service eine gezielte Steuerung von Prozessen erlaubt. Mehr Transparenz. Mehr Intelligenz. Weniger Bauchgefühl. Damit steht Abraxas in Konkurrenz zu den grossen US-Plattformen, doch: «Kritische Datenplattformen mit schützenswerten Daten gehören auf Schweizer Infrastrukturen unter Schweizer Kontrolle.»
Datenschutz und Informationssicherheit sind wichtige Themen, die bereits im ersten Meeting mit dem Kunden angesprochen werden. Die Datenspezialisten von Abraxas gehen natürlich stark strukturiert vor und erheben in einem oder mehreren Workshops zuallererst, wo der Druck am stärksten und der Mehrwert am grössten ist. Nach und nach entsteht eine Datenarchitektur, die auf dem Abraxas Data Hub abgebildet wird, einer Komponente der Abraxas DATA Plattform. Technische Hürden müssen dabei überwunden werden, etwa der Umgang mit Testdaten, der Zugriff auf unter Vollast stehende Produktivsysteme oder die Anbindung von verteilten Datenquellen in mehreren Organisationen und verschiedener Technologien.
Abraxas DATA: eine Datenplattform («Data Stack»)
Abraxas DATA ist eine umfassende Fachlösung im Bereich Datenverwaltung und Datenmanagement. Sie besteht aus Produkten, welche modular eingesetzt werden können. Die souveräne Plattform ist flexibel und offen gebaut - unabhängig von Big Tech – und ermöglicht die Integration neuer Technologien. Alles in den georedundanten Schweizer Rechenzentren von Abraxas.
Eine Datenplattform besteht technisch gesehen aus vielen Modulen zu den Schichten Datenspeicher, Datenaufnahme, Datenkonvertierung, Business Intelligence (BI) sowie Daten-Observability. Anders gesagt: Es ist eine technische Umgebung, die Daten aus verschiedenen Quellen sammelt, speichert, bereinigt, umwandelt, auswertet und verwaltet, damit sie zuverlässig nutzbar sind. Sie erleichtert Verwaltungen und Unternehmen, fundierte Entscheidungen zu treffen und Abläufe zu verbessern. Komplexe Datenpipelines sammeln und verbinden Informationspunkte, um damit Datenanalysen, wissenschaftliche Auswertungen oder datengesteuerte Entscheidungen sowie Automatisierung zu unterstützen. Mithilfe von Tools wird die Datenqualität gesichert und kontinuierlich getrackt und somit der Wert der Daten aktiviert. Datensilos werden reduziert.
Am Anfang steht eine Frage
Am Anfang steht immer die Frage «nach dem wirksamsten Case», so Lukas Sommerhalder. Was will man wissen? Will die Steuerbehörde Anomalien besser erkennen oder wollen Gemeinden Prognosen zur Quartierentwicklung erstellen? «Wir suchen immer nach dem besten Use Case». Anders gesagt: Mit den richtigen Daten – sinnstiftend kombiniert – gelingt es. KI-Systeme und Fachapplikationen profitieren gleichermassen.
Zum Ansatz von Abraxas DATA zählt auch das Abstützen auf einen modernen Open-Source-Techstack, nicht nur um souverän handeln zu können: Qualität und Sicherheit der Komponenten lassen sich überprüfen. Auch die Qualität der Daten muss laufend überwacht werden, von Zeit zu Zeit muss nachjustiert werden.
«Daten sind lebendig, Daten sind eine Macht», sagt der ehemalige Maschinenbau-Ingenieur, der einst selbst ein KI-Sensorik-Startup gründete, seit Herbst 2024 nun aber die Geschicke des Daten-Teams von Abraxas leitet. Er ist sich der zwei Seiten der Datenwelt bewusst: So können Daten zwar Vorurteile enthalten, gleichzeitig können sie der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Sie dienen der Überwachung, sorgen aber auch für Effizienzsteigerungen. «Informationsungleichheiten ausgleichen», nennt er es, «indem Informationspunkte zusammengeführt, Zahlen erklärt und in den Kontext eingebettet werden.»
Abraxas DATA mit guten Aussichten
Die Datenplattform von Abraxas geht im Lauf des Jahres in den Markt. Sie richtet sich vornehmlich an Kunden in einem regulierten Umfeld, wo die Bedürfnisse nach Auswertung teilweise komplexer Daten steigen – der Datenschutz dabei immer zentral bleiben wird.
Die Aussichten sind gut, die KI benötigt dringend eine saubere Datengrundlage, die Digitalisierung der Verwaltung soll einfach und mit besserer Datenqualität weiter vorankommen, im Bewusstsein, dass es den Menschen immer braucht. «Die KI wird beispielsweise uns Datenanalysten nicht so schnell ersetzen», ist sich Sommerhalder sicher. Gerade vor kurzem ist in San Francisco der Versuch gescheitert, einem KI-Agenten die Führung eines Ladens zu übertragen. Bis aus Zahlen Leadership, Erkenntnisse und Verbesserungen entstehen, braucht es eben mehr als nur Statistik: «Daten stehen immer in einem physischen, menschlichen Kontext, der menschlicher Interpretation bedarf - menschliches Feingefühl!»
Über Bruno Habegger
Bruno Habegger ist Abraxas-Magazin-Autor und Senior Communication Manager. Er verfügt über eine langjährige Erfahrung im ICT- und Energie-Bereich als Journalist, Contentproduzent und Berater. Er war Präsident einer Regionalpartei und an seinem damaligen Wohnort acht Jahre Mitglied der Sicherheitskommission.