Die Souveräne

Franziska Ryser, KI Consultant bei Abraxas, bringt KI dorthin, wo sie wirkt: in konkrete Anwendungen und bestehende Verwaltungsprozesse. Praxisnah und kontrolliert.

Von Gregor Patorski · 18. Mai 2026

Bringt Verwaltungen und KI zusammen: Franziska Ryser. (Video: Zoe Frank)

Warum ist digitale Souveränität – gerade mit Blick auf KI – aktuell so zentral?
Souveränität ist die Grundlage dafür, dass ein Staat selbstständig und unabhängig funktionieren kann: mit eigenen Gesetzen, Gerichten und einer funktionierenden Verwaltung. Diese Souveränität brauchen wir heute auch im digitalen Raum.

Dort ist das aber deutlich komplexer, weil die Grenzen viel stärker verschwimmen. Es ist oft nicht mehr klar, wo Daten verarbeitet werden oder wer eigentlich die Kontrolle über zentrale Technologien hat. Genau diese Fragen sind für die öffentliche Hand entscheidend.

In den letzten Monaten ist das Bewusstsein dafür stark gewachsen, auch durch globale Entwicklungen. Mit KI wird das Thema nochmals akzentuiert: Wir haben es mit einer sehr mächtigen Technologie zu tun, die meist auf Infrastruktur und Modellen basiert, die von grossen, oft ausländischen Anbietern bereitgestellt werden. Wenn wir diese Technologie in der Verwaltung nutzen wollen, müssen wir uns fragen, in welche Abhängigkeiten wir uns begeben und wie wir sicherstellen können, dass wir sie langfristig selbstständig und sicher einsetzen können.

Was erwarten Kunden heute konkret von KI-Lösungen?
Das Bedürfnis nach KI ist klar vorhanden – und zwar auf verschiedenen Ebenen. Einerseits geht es um strategische Fragen: Wo macht der Einsatz von KI überhaupt Sinn? Braucht es eine KI-Strategie? Und wie lässt sich das in bestehende Prozesse integrieren? Hier können wir unsere Kunden beratend begleiten.

Gleichzeitig sehen wir grosse Unterschiede bei den Mitarbeitenden. Einige nutzen KI bereits aktiv im Alltag, andere sind noch zurückhaltend. Diese Spannweite können wir mit Schulungen und gezielter Begleitung überbrücken und so einen niederschwelligen Einstieg ermöglichen.

Und dann gibt es die konkreten Anwendungsfälle: KI kann helfen, Texte zu überarbeiten, Workshops zusammenzufassen oder Inhalte aus Dokumenten zu extrahieren. Der grösste Mehrwert entsteht aber dort, wo KI direkt in Fachlösungen integriert wird. Zum Beispiel bei der Vorprüfung von Dokumenten, bei Analysen oder beim Abgleich mit bestehenden Daten. Genau dort kann sie im Arbeitsalltag wirklich entlasten.

Datenschutz bleibt oft eine Hürde. Wie lässt sich diese überwinden?
Ja, das ist ein zentrales Thema und für viele eine echte Einstiegshürde. Deshalb ist es wichtig, zuerst ein gemeinsames Verständnis zu schaffen: Wo ist Vorsicht geboten? Welche Daten dürfen verwendet werden, welche nicht?

Darüber hinaus braucht es aber vor allem sichere Rahmenbedingungen. Das heisst konkret: Lösungen, bei denen KI so eingesetzt werden kann, dass Datenschutz und Nachvollziehbarkeit gewährleistet sind. Zum Beispiel, indem Modelle in einer kontrollierten Umgebung betrieben werden.

Wenn KI direkt in Fachlösungen integriert ist, wird das noch greifbarer. Dann können wir klar sagen: In diesem Rahmen könnt ihr die Funktionen nutzen, und das System stellt sicher, dass die Vorgaben eingehalten werden. Das nimmt Unsicherheit und schafft Vertrauen und ist oft der entscheidende Schritt, damit der Einsatz von KI überhaupt breit möglich wird.

Mit Abraxas steigern Verwaltungen ihre Effizienz. Schweizerisch. Sicher. Souverän.
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