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E-Government-Briefing

Im Juli 2022 fiel unseren Expert:innen auf: Eine neue, kantonale E-Government-Strategie, eEinbürgerung, M365 beim gesamten Bund und ein neuer E-ID-Anlauf.

Von Marcel Gamma · 25. Juli 2022

Der monatliche Rückblick mit den wichtigsten Entwicklungen bei der Digitalisierung von Schweizer Gemeinden, Städten, Kantonen und dem Bund.

Digitale Verwaltung in der Schweiz

Neue Strategie für Appenzell Innerhoden
Der Kanton Appenzell Innerhoden hat eine E-Government Strategie verabschiedet. Das Ziel: Spätestens in fünf Jahren soll der Austausch mit der Behörde auch digital möglich sein. Eine entsprechende Vorlage kommt 2024 an die Appenzeller Landsgemeinde.

E-Voting soll Stimmbeteiligung erhöhen
Die elektronische Stimmabgabe bei Abstimmungen und Wahlen ist in der Schweiz derzeit nicht möglich. Es zeigt sich laut Recherchen von SRF: Ohne E-Voting geht die Stimmbeteiligung zurück, dies vor allem bei Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern. Dass das E-Voting pünktlich zu den nationalen Wahlen 2023 eingeführt wird, sei unwahrscheinlich.

Neues Mitglied in der Leitung von Digitaler Verwaltung Schweiz
Der Luzerner Finanzdirektor Reto Wyss (Mitte) ist neu ins politische Führungsgremium der Digitalen Verwaltung Schweiz (DVS) gewählt worden.

Die DVS ist zuständig für die Steuerung der digitalen Transformation zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden und vereint seit Anfang 2022 die früheren Organisationen E-Government Schweiz und die Schweizerische Informatikkonferenz (SIK). Bund und Kantone sind gleichberechtigte Träger, der Schweizerische Städteverband und der Schweizerische Gemeindeverband sind Partner. Im politischen Führungsgremium sitzen neben den Bundesräten Ueli Maurer (SVP), Guy Parmelin (SVP) und Alain Berset (SPS) Vertreterinnen und Vertreter von Kantons- und Stadtregierungen sowie von Gemeinden.

Security bei Schweizer Verwaltungen

Kann in der Schweiz eine Cyber-Miliz aufgebaut werden?
Das wollen die Universität Zürich, die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und weitere Partner im Rahmen der Digitalisierungsinitiative herausfinden. Sie sollen sich nicht nur mit der Frage beschäftigen, wie man sich besser vor Bedrohungen schützen kann, sondern auch erarbeiten, was nach einem Angriff unternommen werden könnte.

Neue Tricks von Angreifern
Phishing-Versuche werden aufwendiger und personalisierter. Das berichtet das Nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC). In kürzlich beobachteten Fällen sollte zudem durch einen Anruf zusätzliches Vertrauen aufgebaut werden.

«Cyberabwehr steht auf wackligen Füssen»
Ist die Schweiz gerüstet gegen Cyberangriffe? Die gesetzliche Grundlage reiche nicht aus, um Bedrohungen rasch begegnen zu können, dies schreibt PD Dr. Markus Christen, Geschäftsleiter der Digital Society Initiative (DSI), in einem aktuellen Beitrag. Die Schweiz müsse deshalb "dringend eine Debatte führen", welche Angriffsszenarien möglich sind und welche Kollateralschäden man akzeptiere, argumentiert der Wissenschafter. "In der Cybersicherheit wird sich die Frage stellen, ob der Staat Massnahmen anordnen muss, um die Sicherheit aller zu gewährleisten". Die DSI ist eine von allen Fakultäten der Universität Zürich getragene wissenschaftliche Einrichtung. Zum Beitrag

Innovation

Digitales Einbürgerungs-Gesuch lanciert
Rund 10'000 Ausländerinnen und Ausländer werden im Kanton Zürich jährlich eingebürgert. Mit dem Launch der Plattform «eEinbürgerung ZH» ist die Gesuchseinreichung nun auch digital möglich.

Neuer IT-Lehrberuf kommt
2023 startet ein neuer IT-Lehrberuf namens Entwickler:in Digital Business EFZ. Der neue Beruf soll als Bindeglied zwischen der Informatik und dem kaufmännischen Bereich einer Firma fungieren. Mehr Infos

IT-Beschaffung

Einheitliche Steuersoftware im Thurgau?
Eine breit abgestützte Motion will im Kanton Thurgau die heute eingesetzten Steuersoftware-Lösungen vereinheitlichen. Gegenwärtig sind Lösungen von unterschiedlichen Anbietern im Einsatz, darunter solche von Abraxas.

Die Vision der entstehenden neuen Steuerlösung von Abraxas beschreibt GL-Mitglied Martin Kunz in einer aktuellen Kolumne. Weiterlesen 

«M365 für die ganze Bundesverwaltung»
Das Bundesamts für Informatik und Telekommunikation (BIT) sucht «eine/n Business Owner/in M365», der daran arbeiten soll, «der gesamten Bundesverwaltung die zukünftige Nutzung der Cloud Services von Microsoft zu ermöglichen.» Die Stelle ist neu.

Politik

Schweizer Firmen kämpfen mit Fachkräftemangel in der IT
Der Fachkräftemangel in der Schweizer IT-Branche spitzt sich zu. Deshalb fordert der Arbeitgeberverband von der Politik, dass sie leichter Fachkräfte von ausserhalb Europas anstelle dürfen.

Gegen den Frauenmangel in MINT-Berufen
Die Kommission für Wissenschaft und Bildung des Nationalrats will mit zwei Vorstössen dazu beitragen, dass sich der Frauenanteil in MINT-Berufen vergrössert. Sie fordert eine Strategie, wie das Problem gelöst werden kann. Der Frauenanteil liegt in der Schweiz klar unter dem internationalen Durchschnitt.

Parlamentariergruppe fordert mehr «Digitalkompetenz»
Die überparteiliche Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit "Parldigi» zieht bei inside-it.ch Bilanz ihrer 13 Jahre Digitalpolitik in Bundesbern. Es brauche mehr Digitalkompetenz bei Politikerinnen und Politikern, ebensolche verlange die Öffentlichkeit von Verwaltungen. Parldigi ist stark im Open-Source- und Open-Government-Data-Gedanken verwurzelt. Mehr Infos 

Vernehmlassung zum E-ID-Gesetz angelaufen
Der Bundesrat hat das neue E-ID-Gesetz in die Vernehmlassung geschickt. Wer über eine Schweizer Identitätskarte, einen Schweizer Pass oder einen von der Schweiz ausgestellten Ausländerausweis verfügt, soll eine E-ID beantragen können. Das Ziel sei, dass sich E-ID-Inhaberinnen und Inhaber schnell und einfach digital ausweisen können.

Dazu gehört, dass der Bund eine Smartphone-App bieten will, in der die E-ID sicher verwaltet werden kann und die analog und digital als Ausweis nutzbar sein soll. Das Gesetz soll technologieneutral formuliert sein und wird laut dem Bundesrat frühestens 2025 in Kraft treten.

 

Marcel Gamma

Über Marcel Gamma

Marcel Gamma arbeitet seit seiner Webmaster-Ausbildung 1998 praktisch ausschliesslich im Bereich IT- und Online-Kommunikation. Er ist Senior Communication Manager bei Abraxas. Zuletzt war er 5 Jahre Chefredaktor von inside-it.ch und inside-channels.ch, davor Kommunikationsverantwortlicher des Verbands swissICT, Ressortleiter der Aargauer Zeitung, Consultant bei einer Full-Service-Webagentur und Content Coordinator und Online-Journalist bei bluewin.ch.

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