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Digitales ABC: H wie...

Hermes, m.
1. Götterbote aus der griech. Mythologie, u. a. Gott des Handels, Begleiter der Toten in den Hades
2. frz. Familienunternehmen mit Sitz in Paris für Luxus-Modeartikel
3. Abk. für «Handbuch der Elektronischen Rechenzentren des Bundes, eine Methode zur Entwicklung von Systemen», offener Standard zur Führung und Abwicklung von IT-Systemen

Von Markus Häfliger · 9. Dezember 2022

Bedeutung

In der griechischen Mythologie ist Hermes, Sohn und Bote des obersten olympischen Gotts Zeus, der Schutzgott des Verkehrs, der Reisenden, Kaufleute und Hirten, aber auch der Diebe, Kunsthändler, der Redekunst und der Gymnastik.

Als Abkürzung für «Handbuch der Elektronischen Rechenzentren des Bundes, eine Methode zur Entwicklung von Systemen» steht HERMES für einen offenen Standard zur Führung und Abwicklung von IT-Systemen, womit sich dieser Artikel befasst. HERMES ist kostenlos, flexibel anpassbar und liefert als Methode Unterlagen und vorstrukturierte Vorlagen, aber keine Werkzeuge.

Entstehung und Ziele

HERMES wurde 1975 von der Schweizerischen Bundesverwaltung als Projektführungsinstrument in Einsatz genommen. Die primären Ziele sind eine gute Qualität der entwickelten Produkte und Systeme, eine verbesserte Kommunikation zwischen Fachabteilungen, Anwender:innen sowie Entwickler:innen und Betreiber:innen, kleinere Projektrisiken, weniger Entwicklungsaufwand und eine grössere Transparenz bei der Spezifikation von Projektarbeiten.

Die Methode wurde nach einer grösseren Überarbeitung im Jahr 1986 für alle IT-Projekte des Bundes verbindlich und ist seit 2006 auch als Standard des Vereins eCH anerkannt. Mittlerweile arbeiten auch kantonale Ämter, grössere Städte und private Unternehmen mit der Methode. Mit der Version 5.1 wurden auch nicht herkömmliche, agile Entwicklungsmethoden (wie etwa Scrum) miteinbezogen. Seit 2015 sind sämtliche Bundesstellen verpflichtet, HERMES für all ihre (auch nicht IT-) Projekte einzusetzen.

Einsatzszenarien und Module

HERMES bietet unterschiedliche Szenarien für die Einsatzbereiche Dienstleistung/Produkt, IT-Individual- oder Standardanwendung, Weiterentwicklung von IT-Standardanwendungen, IT-Infrastrukturen, Organisationsanpassung, agile Dienstleistung/Produkte oder agile IT-Individualanwendung an. Diese Szenarien bestehen wiederum aus Modulen für Aufgaben und Ergebnisse hinsichtlich Projektsteuerung, -einführung, agiler Entwicklung, Projektgrundlagen, Geschäftsorganisation, Produkt, IT-System, Beschaffung, Einführungsorganisation, Testen, IT-Migration, -Betrieb, -Sicherheit und Datenschutz. Szenarien können individuell angepasst werden, indem Module, Aufgaben und Ergebnisse entfernt oder integriert werden. Personenbezogene Zertifizierungen können bei verschiedenen Schulungsanbietern auf zwei Levels erworben werden. Webseite: www.hermes.admin.ch

HERMES bei Abraxas

Auch Abraxas setzt auf die stete Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden und setzt in Projekten auch auf die Projektleitungsmethode nach HERMES. Rund 70 Personen im #TeamAbraxas sind HERMES-zertifiziert, gut 20 davon mit HERMES Advanced, der Rest mit HERMES Foundation.

Markus Häfliger

Über Markus Häfliger

Markus Häfliger ist Inhaber der auf Business-to-Business-IT spezialisierten PR-Agentur Häfliger Media Consulting. Er verfügt über jahrzehntelange Erfahrung mit Technologie- und Wirtschaftsthemen sowohl auf Agentur- als auch auf Medienseite. Er war Chefredaktor der IT-Branchenzeitschrift IT Reseller und von Infoweek (heute Swiss IT Magazine), der Zeitschrift für IT-Entscheider in Unternehmen. Er publiziert als Ghostwriter regelmässig in namhaften Industrie- und Wirtschaftsmedien Fachartikel und Berichte zu IT-Anwendungen in der Praxis. Für das Abraxas-Magazin verfasst er das «Digitale ABC», eine fortlaufende Artikelserie im Lexikon-Stil.

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